Sabine Pierick: 118 - 17
·Titel:
·Maße: 150 x 150 cm
·Material: Echtkupfer Scheibe und Echtkupferfäden auf granulierter Steinkohle
·Jahr: 2024

Beschreibung:
Diese faszinierende Installation verbindet auf einzigartige Weise Wissenschaft, globale Politik und ästhetische Raffinesse. 118 präzise angeordnete Kupferfäden, die den Elementen des Periodensystems entsprechen, verwoben mit 17 konzentrischen Kreisen – eine Anspielung auf die UN-Nachhaltigkeitsziele.
Die mathematische Präzision des Werks, mit Bezügen zu Pi und dem Erdumfang, sowie die symbolische Überlänge der Fäden, die auf die 196 anerkannten Staaten der Erde verweist, machen dieses Stück zu einem intellektuellen und visuellen Erlebnis.
Sabine Piericks Installation „ELEMENTARY: 118/17“ steht im Kontext einer zeitgenössischen Umweltkunst, die wissenschaftliche, politische und ästhetische Perspektiven miteinander verknüpft. Das Werk überzeugt durch seine dichte Symbolik und die präzise Balance zwischen konzeptuellem Denken und sinnlicher Materialerfahrung.
Die 118 Kupferfäden, die den Elementen des Periodensystems entsprechen, verweisen auf die fundamentale Struktur der Materie und schlagen so eine Brücke zwischen Kunst und Naturwissenschaft.
Die 17 konzentrischen Kreise, die die UN-Nachhaltigkeitsziele symbolisieren, verleihen dem Werk eine klare politische Ebene. Pierick greift damit aktuelle globale Themen auf und positioniert ihre Arbeit bewusst im Diskurs um Nachhaltigkeit und Verantwortung. Diese Haltung knüpft an die Tradition politisch engagierter Kunst an – etwa an Joseph Beuys und seinen erweiterten Kunstbegriff.
Auch die mathematische Präzision der Komposition – von den Bezügen zu Pi und dem Erdumfang bis zur Länge der verarbeiteten Kupferfäden als Verweis auf die 196 anerkannten Staaten – verdeutlicht Piericks Interesse an der Verknüpfung von Kunst, Mathematik und Geopolitik.
Formal betrachtet steht das Werk "ELEMENTARY: 118/17“ in der Tradition der minimalistischen und geometrischen Abstraktion. Die kreisförmige Komposition und die Verwendung von Kupfer als Material erinnern an Werke von Künstlern wie Donald Judd die industrielle Materialien in der Kunst einsetzten. Gleichzeitig transzendiert Pierick den reinen Formalismus durch die Aufladung mit symbolischen Bedeutungen.
Die Wahl von Kupfer als Material ist sowohl ästhetisch als auch konzeptuell bedeutsam. Kupfer, ein leitfähiges Metall, könnte hier als Symbol für Verbindung und Vernetzung interpretiert werden - passend zu den globalen Themen, die das Werk adressiert. Zudem verweist die warme Farbe des Kupfers subtil auf die Klimaerwärmung, ein zentrales Thema des Anthropozäns.


Piericks Werk zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, komplexe globale Zusammenhänge in eine ästhetisch ansprechende und zugleich intellektuell herausfordernde Form zu bringen.
Eine Kunst, die nicht nur visuell wirksam ist, sondern auch als Katalysator für Diskussionen über drängende globale Fragen fungieren kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass "ELEMENTARY: 118/17 ein bedeutendes Beispiel für die Verschmelzung von ästhetischer Form, wissenschaftlicher Präzision und politischem Engagement in der zeitgenössischen Kunst darstellt. Es fordert den Betrachter heraus, über die komplexen Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Politik und Umwelt nachzudenken, und positioniert sich damit an der Schnittstelle von Kunst, Aktivismus und Forschung.